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„Ich hänge mich rein und keiner merkt´s!“, „Mein Chef könnte ruhig mal Danke sagen!“. Kommt dir das bekannt vor? Wenn du denkst dein Chef/ deine Chefin ist einfach unfähig und undankbar, könnte das richtig sein. Vielleicht hast du aber auch diese 5 Punkte nicht bedacht. Hier erfährst du welche Anerkennung dir wirklich hilft und wie du sie von deinem Chef bekommst.

1 Wie erreicht dich die Anerkennung am Besten?

Anerkennung kann auf verschiedene Arten ausgedrückt werden. Und Mitarbeiter fassen sie ganz unterschiedlich stark auf. Für den einen ist ein kurzes „Danke. Gut gemacht!“ in einer E-Mail, ein Grund den Rest des Tages zu grinsen wie ein Honigkuchenpferd. Für den anderen ist so ein Satz Auslöser dafür, sich mal wieder ordentlich aufzuregen, warum der Chef nicht ein Mal RICHTIG Danke sagen kann.
Es ist ein Irrglaube, dass alle Menschen auf die gleiche Art und Weise von ihrem Chef/ ihrer Chefin gelobt und gewertschätzt werden wollen.

Wie sieht das denn bei dir aus?
Bestimmt hast du darüber noch nie RICHTIG nachgedacht.

So findest du es raus:

Wann erreicht dich ein Lob oder anerkennende Worte am stärksten? Wenn es…

  • öffentlich, z. B. in einem Meeting oder wenn es unter vier Augen geäußert wird.
  • gesagt oder geschrieben wird?
  • kurz und auf den Punkt oder ausführlich erklärend geäußert wird?
  • innerhalb oder erst am Ende eines Projektes geäußert wird?
  • Sind Worte überhaupt ausreichend oder wünschst du dir Materielles?

Die Art und Weise wie dir jemand dankt oder dir Anerkennung entgegenbringt ist entscheidend dafür, ob die guten Absichten überhaupt bei dir landen können. Macht Sinn, diese Frage als erstes für dich zu klären.

Allerdings kann der Schuss immer noch nach hinten losgehen. Und zwar genau dann, wenn du für etwas gelobt wirst, das dir gar nicht wichtig ist. Deswegen solltest du wissen, wofür du dir überhaupt Lob und Anerkennung wünschst.

2 Wofür hättest du gerne Anerkennung?

Ein wertschätzender Umgang miteinander ist ein soziales Bedürfnis. Jetzt könnte man doch sagen, solange der vorliegt ist „Nicht gemeckert genug gelobt“. So ist es auf der Arbeit aber nicht, stimmt´s? Du möchtest, dass deine jemand deine Anstrengungen wahrnimmt und deine Erfolge anerkennt.
Bist du da sicher?

Selbst wenn dein Chef dir genau auf die Art und Weise dankt und dich lobt, die du dir wünscht, kommt es trotzdem nicht bei dir an. Es kommt nicht bei dir an, wenn du dir Anerkennung für etwas anderes wünschst als du bekommst.

So findest du es raus:

Wofür möchtest du die Anerkennung in deinem Job wirklich? Für…

  • das Erreichen von vereinbarten Zielen?
  • deine Anstrengungen auch dann wenn das Ziel nicht erreicht wurde?
  • die zuverlässige Erfüllung deines Arbeitsvertrages?
  • alles was du außerhalb deines Arbeitsvertrages noch leistest?

Für alles?? Puuh, dann solltest du unbedingt den nächsten Punkt beachten.

3 Zu welchem Zweck hättest du gerne Anerkennung?

„Na, weil einen Anerkennung und Lob motiviert sein Bestes zu geben.“, magst du jetzt sagen. Jemand anderes würde hingegen sagen „Weil ich dann bessere Chancen auf eine Beförderung habe“.
Der Zweck für den sich Leute Anerkennung und Lob wünschen ist sehr unterschiedlich. Was erhoffst du dir durch die Anerkennung und das Lob?

So findest du es raus:

  • Dadurch sammle ich Argumente für eine Gehaltserhöhung/ einen Bonus
  • Als Signal, dass ich auf dem richtigen Weg bin z. B. für eine Beförderung
  • Als Motivation, um weiter zu machen

Es gibt nicht den richtigen oder falschen Zweck. Was es sehr wohl gibt, ist ein ungünstiger Weg zum Ziel. Im nächsten Punkt erfährst du warum.

4 Ist das der beste Weg für dein Ziel?

Du weißt jetzt also für welchen Zweck du dir Anerkennung von deinem Chef/ deiner Chefin erhoffst. Du weißt wann du sie dir wünschst und in welcher Form sie dich am stärksten erreicht.
Passt das denn auch zusammen? Erreichst du so wirklich dein Ziel?

So findest du es raus:

Überlege vom Zweck ausgehend. Hier ein Beispiel:
Das ist die Situation:
Du hast dir die letzten drei Monate den Arsch für dieses Projekt aufgerissen. Du hast dafür deinen Urlaub verschoben und bist trotz Mittelohrentzündung zur Arbeit gekommen. Außerdem hast du die neue Kollegin eingearbeitet. Das Ziel des Projektes wurde dennoch nicht erreicht, was nicht deine Schuld ist.

Das wünschst du dir:
Du möchtest, dass dein Chef im nächsten Team-Meeting deinen Einsatz hervorhebt und dir dankt. Das würde dich motivieren, um nach dem Urlaub wieder alles zu geben. Wenn er das nicht tut, dann überlegst du dir wofür du das alles überhaupt machst.

Das bekommst du:
Im nächsten Team-Meeting hebt dein Chef deinen Einsatz hervor und dankt dir ausdrücklich.

Was passiert nach dem Urlaub:
Bist du wirklich motiviert um wieder alles zu geben oder überlegst du dir trotzdem wofür du das alles überhaupt machst? Hat die Anerkennung den von dir gewünschten Zweck wirklich erreicht oder nicht?

Die alles entscheidende Frage an dieser Stelle ist also: Wäre wirklich alles besser, wenn du die Anerkennung von deinem Chef/deiner Chefin bekommst, die du dir wünschst?

Falls ja, dann sage ich dir hier wie du sie bekommst.

5 Wie sagst du´s deinem Chef/ deiner Chefin?

Na, so wie es ist!
Zum Beispiel so:
„Ich habe letztens gelesen, dass Mitarbeiter Anerkennung und Lob ganz unterschiedlich wahrnehmen und schätzen und auch andere Nutzen daraus ziehen. Ich habe mir überlegt wie das bei mir ist und das würde ich gerne mit dir teilen. Interessiert dich das? …
Mich erreicht Lob und Anerkennung am besten wenn sie [Art und Weise] und zwar [Für]. Das ermöglicht mir [Zweck (Achtung: teile hier nur Unkritisches mit deinem Chef)].
Wie siehst du das denn? Wie erreicht dich Lob und Anerkennung am Besten?“

Stelle hier keine Forderungen. Dies wird als Kritik aufgefasst. Stattdessen frage deinen Chef/ deine Chefin wie er/sie das sieht und wie ihn/sie Anerkennung am Besten erreicht. Anhand seiner/ihrer Antworten kannst du sicher erkennen, ob er offen ist deine Erkenntnisse in sein Verhalten dir gegenüber einfließen zu lassen oder nicht.
Und lass es mich so sagen: Ein fähiger Chef / Chefin wird solch ein Gespräch schätzen und sich zu gegebenem Zeitpunkt daran erinnern.

Photo by Elena Koycheva on Unsplash