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Wie schaffe ich es wieder motiviert, selbstbewusst und glücklich im Job zu sein? Diese Frage hat sich Silvia lange gestellt. Sonntags mit Bauchschmerzen an Montag zu denken und Montags Vormittags schon maximal genervt zu sein – das wollte sie keinen Tag länger. Wie sie ihr Ziel erreicht hat und warum sie sich heute fragt “Warum habe ich mir das so lange angetan?“, das erzählt sie in diesem Interview.

Silvia, wie war deine berufliche Situation von einigen Monaten?
Ich war seit mehreren Jahren in einem sehr gut bezahlten Job, der meinem Schwerpunkt im Studium entsprach. Ich hatte eine 35 Stundenwoche und Überstundenausgleich. Das Unternehmen lag bei mir um die Ecke.

Und ich war tot! Ich habe mich gefühlt wie eine leere Hülle und mein Selbstbewusstsein war nicht mehr vorhanden. Ich war einfach nicht mehr ich selbst. Ich habe mir nichts mehr zugetraut.

Das Klima in meinem Unternehmen war schrecklich und meine Aufgaben monoton. Meine Chefin total chaotisch und die Geschäftsführung, oh Gott.

Abends hatte ich keine Energie mehr noch etwas zu unternehmen. Und am Wochenende hatte ich auch keine Lust Freunde zu treffen oder raus zugehen – mir was alles zu viel.

Trotzdem hatte richtig Angst meinen Job zu kündigen, weil ich überzeugt war zu den Rahmenbedingungen nicht nochmal einen Job zu finden und ich dachte auch, dass mich eh niemand nimmt.

Welche Lösung hattest du für dich gesehen?
Ich hatte jede Gelegenheit genutzt Urlaub zu nehmen und bin an super schöne Orte gereist. Aber ich sag dir: Die Bahamas und die Azoren sind auch keine Lösung. Damit bin ich nur vor etwas geflohen.

Erst als ich nach einem dreiwöchigen Urlaub schon nach 2 Stunde auf der Arbeit hätte ausrasten können, habe ich die Reißleine gezogen und dir eine E-Mail geschrieben.

Wie ist deine berufliche Situation heute?
Ich habe einen richtig coolen neuen Job gefunden, den ich nach meiner zwei monatigen Auszeit angetreten bin. Ich bin einfach zufrieden. Ich fühle mich gut und ich freue mich drauf. Und ich frage mich warum ich mir das so lange angetan hatte.

Was glaubst du warum du dir die Unzufriedenheit im Job so lange angetan hast?
Aus Angst und negativen Glaubenssätzen. Ich dachte, dass ich nicht gut genug bin, um einen tollen Job zu finden. Ich dachte, dass ich ja verrückt sein muss einen so gut bezahlten Job mit kurzem Fahrtweg und vielen Urlaubstagen aufzugeben. Mein Umfeld hat mir genau das auch immer wieder suggeriert. Das hat nicht geholfen.

Du hast dich dann für eine Beratung mit mir entschieden – was hat dir das gebracht?
Ich wusste, dass ich meinen Job wechseln will oder muss, aber ich wusste, dass ich das alleine nicht schaffe. Ich hatte wie gesagt so viele Zweifel und Ängste. Mit dir hatte ich jemanden, der mich auf diesem Weg begleitet und allein das hat schon geholfen.
Aber du warst ja nicht einfach nur da, sondern wir sind im Grunde 3 Etappen durchlaufen.

  • die Jobwechsel Beratung
  • die Bewerbungsphase
  • diese „innere Aufräumphase“

Warum hättest du das nicht alleine geschafft?
Wir haben zum Beispiel ganz genau geschaut was zu meiner Unzufriedenheit im Job beiträgt und was eigentlich gut passt und ich weiter behalten möchte. Das macht man so tief nicht für sich selbst.

Und du hast meinen USP herausgestellt. Da wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass ich doch einiges zu bieten habe und ich das auch selbstbewusst gegenüber anderen vertreten kann.
Ab da habe ich langsam aufgehört mich kleiner zu machen als ich bin.

Was war in der Bewerbungsphase das Neue?
Wir haben meinen Lebenslauf und das Anschreiben exakt so aufgesetzt, dass deutlich wird was ich machen möchte. Statt einfach alles aufzuzeigen was ich kann. Dadurch habe ich viele Absagen bekommen. Das war schon immer sehr hart. Aber letztendlich habe ich auf diese Weise genau den Job angeboten bekommen, den ich mir vorgestellt habe. Eigentlich noch besser als ich ihn mir vorgestellt habe.

Du hattest also deinen Traumjob bekommen. Was musstest du dann „innerlich aufräumen“?
Meine Selbstsicherheit. Bei den Vorstellungsgesprächen war ich immer unnormal aufgeregt. Ich konnte nach außen hin inzwischen meine Fähigkeiten und Vorstellungen souverän vertreten, aber in mir drin war immer noch diese alte Angst vor Ablehnung, die mir den Magen umgedreht hat.

Bist du heute selbstsicher? Und falls ja, wie hast du das geschafft?
Ich bin deutlich selbstsicherer. Das merke ich an ganz konkreten Situationen auch im Freundeskreis und in der Familie. Ich fühle mich jetzt gut dabei meine eigenen Interessen zu vertreten. Manchmal kommt das alte Muster noch raus, aber dann erinnere ich mich, dass das Quatsch ist.

Ich kaufe mir jetzt auch wieder Kleidung, die mir gefällt und meine Persönlichkeit unterstreicht. Ich hatte ja nur noch „bürokonforme“ Klamotten.

Ja und wie ich das geschafft habe: Durch die St. Galler Coaching Methode, durch die du mich geführt hast. Die war schon etwas merkwürdig und man muss sich drauf einlassen, aber hat ja funktioniert.

Wie lange hat diese Phase von Jobfrust zu selbstsicher im Traumjob gedauert?
5 Monate. Inklusive der Bewerbungsphase. Im Nachhinein ging das echt schnell. Und ich war ja noch 1 Monat im Urlaub. Also netto waren es nur 4 Monate.

Was würdet du anderen Frauen raten, die im Job unzufrieden sind?
Tu dir das nicht so lange an – das ist Quatsch!
Ich fand die Reihenfolge von zuerst Job suchen, dann innerlich aufräumen für mich perfekt. Ich brauchte zuerst die Sicherheit einen neuen Job zu haben. Aber für andere ich es vielleicht besser zuerst an sich zu arbeiten bevor sie überhaupt bereit sind für den Jobwechsel.

Photo by A. L. on Unsplash