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„Falls Sie jetzt schon wissen, dass Sie dieses Buch wollen, ist es wohl nichts für Sie.“ So lautet der Titel des Buches, das ich im Vorbeigehen sehe. Soll ich es kaufen? Ich kann mich nicht entscheiden.

Touché – ich muss über mich selbst und den Buchtitel schmunzeln.
Das Buch enthält 50 Modelle, um strategische Entscheidungen zu treffen. Von der Pro und Contra-Liste bis zum Morphologischen Kasten.

Ich nehme es in die Hand und überlege es zu kaufen. Ernsthaft? Ich überlege schon wieder, wo mir diese Buch doch Hilfe bei Entscheidungen verspricht?

Ich kaufe es.
Juhu, nie wieder unentschlossen.

Das Buch zeigt, wie ich die mir zur Verfügung stehenden Informationen sortieren und bewerten kann. Durch die Aufstellung der Informationen wird eine messbare Übersicht erstellt. Zusammenhänge werden analysiert. Entscheidungen getroffen.

Aber Moment Mal – da ist doch ein Haken!

Du kannst niemals alle Informationen zusammen haben.
Alle Modelle und Methoden der Welt können dir lediglich helfen, die verfügbaren Informationen zu komprimieren, zu ordnen und zu bewerten. Fehlen Informationen, stellst du automatisch eine Ordnung auf, die ggf. ein anderes Ergebnis auswirft.


Du kannst nie alle Variablen miteinbeziehen. Dadurch wirst du immer eine Unsicherheit behalten.
Unsicher ist das Gegenteil von selbstsicher. Unsicherheit ist also etwas, das wir nicht wollen. Aber sie ist da und sie wird immer da sein.

Wie können wir mit Unsicherheit bei Entscheidungen besser umgehen?
Im folgenden findest du 4 Wege, raus aus diesem Dilemma.

4 Wege um leichter Entscheidungen zu treffen

Evelin Chudak über Entscheidungen

1) Entscheiden heißt: Festhalten oder Loslassen

Evelin Chudak schreibt erklärt dieses Prinzip in ihrem Blogartikel „Was es dir bringt Entscheidungen zu treffen“:

Eine Entscheidung sei eine Wahl zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Man könne sich für das Alte und Bekannte entscheiden. Allerdings ließen sich Chancen und Träume nur ergreifen, wenn wir uns statt für das Bekannte, für das Ungewisse entscheiden.
Das wiederum erfordere Mut.

Demzufolge müsse man sich entscheiden, ob man am Alten festhalten oder es loslassen will.
Sich an Sicherheit und Dinge zu klammern, halte einen in seiner Vergangenheit fest.
Sich für Wachstum zu öffnen, bedeute die Vergangenheit los zu lassen.

Selbst wenn du dich nicht zwischen diesen beiden Optionen entscheidest, dann entscheidest du dich dennoch. Und zwar für die Unentschiedenheit. Dieser Unentschiedenheit koste Energie, Zeit und Freiheit, wie Evelin aus eigener Erfahrung schreibt.

Stelle dir diese Fragen, wenn du unsicher bist:

  • Möchtest du die Vergangenheit oder die Zukunft?
  • Möchtest du das Altbekannte oder die Chance auf etwas Neues?
  • Bist du bereit, Energie, Zeit und Freiheit in Unentschiedenheit zu investieren?
  • Möchtest du dich für Veränderung öffnen?

Möchtest du die Chance auf etwas Neues und dich beruflich verändern, dann hilft dir meine Übersicht „66 Alternativen zu dem Job, den du has(s)t“ weiter. Du kannst sie dir hier kostenlose herunterladen. So hast du die Möglichkeit deine berufliche Zukunft zu gestalten.

Laura Malina Seiler über Entscheidungen

2) Sieh Entscheidungen als Erfahrungen

Laura Malina Seiler ermutigt Entscheidungen zu treffen. In Ihrer Podcastfolge „Warum du keine Angst vor falschen Entscheidungen haben musst“ erklärt sich warum man keine Angst vor Entscheidungen haben muss:

Wenn wir unsicher seien, dann haben wir Angst die falsche Entscheidung zu treffen, sagt sie.
Jedoch sei das  Einzige, was es gäbe Erfahrungen, die aus Entscheidungen resultieren.
Und könne es sowas geben wie eine falsche Erfahrung?
Mit jeder Erfahrung forme man sein Leben. Man entscheide, welches Leben man erschaffen wolle. Allerdings sollte man sich von der Vorstellung lösen, dass jede Entscheidung auch direkt das gewünschte Ergebnis mit sich bringe.

Stelle dir diese Fragen, wenn du Angst hast die falsche Entscheidung zu treffen:

  • Welche Erfahrung möchte ich machen?
  • Inwieweit möchte ich mein Leben formen, auch wenn die Form, durch diese Entscheidung, noch nicht final ist?

 

Patrick von Healthy Habits über Entscheidungen

3) Entscheidungen sind Grundlagen für neue Entscheidungen

Patrick von Healthy Habits nimmt in seinem Artikel „Du weißt nicht, was du mit deinem Leben anfangen sollst“ die Dramatik bei Entscheidungen raus.

Die Bedeutung der Entscheidung würde überschätzt, erklärt er.
Eine Entscheidung bedeute eine neue Realität zu schaffen. Allerdings sein diese lediglich die Grundlage für eine neue Entscheidung.
Eine Grundlage, schreibt er. Nicht etwas, das über dein ganzes Leben entscheidet und für immer und ewig in Stein gemeißelt ist.
Eine Entscheidung sei nur ein Schritt auf deinem Lebensweg.
Dementsprechend habe man jeden Tag die Gelegenheit, eine neue Abzweigung zu nehmen.

Stelle dir diese Fragen, wenn dich eine Entscheidung stresst:

  • Bist du bereit eine Grundlage für weitere Entscheidungen zu treffen?
  • Warum lässt du dich stressen? Wenn du doch viele Entscheidungen treffen kannst.

 

Natalie Berlemann über Entscheidungen

4) Deute Unsicherheit bei Entscheidungen als Freiheit

Ich finde jede Entscheidung kann uns an unsere Freiheit erinnern.

Was ist also, wenn wir „unsicher sein“ durch „frei sein“ ersetzen?
Wie fühlt es sich an, wenn wir erkennen, dass wir frei sind zwischen A und B zu entscheiden statt unsicher? Ist Freiheit etwas Negatives?
Schauen wir uns das an einem Beispiel an: Wie fühlt es sich an, wenn du das Wort „unsicher“ gegen „frei“ tauschst?

Variant mit „unsicher“:
– Ich bin unsicher, ob ich das Buch kaufen soll.
– Ich bin nicht sicher, ob ich meinem Job eine andere Richtung geben soll.
– Ich bin unsicher, ob ich A oder B wählen soll.

Das hilft nicht bei der Entscheidung und fühlt sich auch noch einengend an. Folglich bringt es dich nicht weiter.

Variante mit „frei“
– Ich bin frei, das Buch zu kaufen.
– Ich bin frei, meinem Job eine andere Richtung zu geben.
– Ich bin frei, zwischen A und B zu wählen.

Bei dieser Formulierung denkst du dir vielmehr: Ach ja! Frei entscheiden zu dürfen ist ein großer Luxus.
Du fühlst dich selbstbestimmt und entschlossen.

Aus dieser gelösten Stimmung heraus, fällt dir auch die tatsächliche Entscheidung leichter. Weil sie sich leichter anfühlt.

Stelle dir diese Frage, wenn du eine neue Perspektive brauchst:

  • Bist du dir deiner Freiheit zu entscheiden bewusst?
  • Was ermöglicht dir diese Freiheit?

Zum Mitnehmen
Loslassen, einzelnen Entscheidungen nicht zu viel Bedeutung beimessen, Entscheidungen als Erfahrung wahrnehmen und sich seine Freiheit bewusst machen: Diese 4 Wege helfen dir Entscheidungen aus einer neuer Perspektive zu sehen, so dass du leichter eine Wahl treffen kannst.

Zum Teilen
Was hat dir schon mal geholfen deine Unsicherheit bei einer Entscheidung zu überwinden?

(Quelle Titelbild: Photo by JOSHUA COLEMAN on Unsplash)