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Soll ich meinen Job kündigen? Bin ich für die Position zu jung/alt/gut/schlecht? Was soll ich machen? Mit diesen und ähnlichen Fragen verbringst du unendlich viel Zeit, ohne dass sich in deinem Job und Leben wirklich was verändert. Um schneller Antworten zu finden brauchst du: Mehr Eier, die richtigen Berater und das richtige Ziel. Mit der folgenden Anleitung stoppst du dein Gedankenkarussell und kommst in die Puschen.

Schritt 1: Schätze dein Risiko richtig ein und verkleinere es

Was dich vor Veränderungen oder Entscheidungen am meisten grübeln lässt, ist die Angst einen Fehler zu machen. „Was ist, wenn ich meinen Job kündige und es im neuen doch nicht besser ist?“, „Was ist, wenn ich die neue Position annehme und ich überfordert bin oder sie mir gar nicht gefällt?“.

Die Frage, die dich grübeln und zögern lässt ist immer: „Was ist, wenn es schief geht?“.

Und diese Frage ist völlig verständlich und auch wichtig. Du gehst ein Risiko ein, wenn du einen neuen Schritt machst, der etwas in deinem Job oder Leben verändert. Das lässt sich nicht ändert.

Was kannst du aber tun, um nicht aus Angst im Status quo zu verharren?

Du musst dein Risiko richtig einschätzen und verringern, wenn du endlich in die Puschen kommen willst.

Was dir NICHT hilft dein Risiko zu bewerten und zu verringern:
– Hin- und her überlegen was theoretisch alles passieren könnte
– In Extremen denken. Entweder alles wird toll oder es wird der totale Reinfall.
– Nachdenken generell. Immer wieder das gleiche Gedankenkarussell drehen
– mit Freunden diskutieren, die in einer ähnlichen Lage sind wie du.

So kannst du dein Risiko bewerten und zuversichtlich Entscheidungen zu treffen

– Notiere dir die positiven und negativen Folgen deiner Entscheidung. Dann bringst du sie in eine Ordnung. Von total unwahrscheinlich zu sehr wahrscheinlich. Oder von „damit kann ich leben“ zu „das wäre mein Horror“.

– Notiere dir schon heute welche Schritte du gehen könntest, wenn der worst case für dich eintritt. Ein möglicher Schritt ist auch deine Entscheidung rückgängig zu machen. Fällt dir keine Lösung für den worst case ein, dann ist das Risiko möglicherweise zu hoch.

Du hast danach viel mehr Fakten als wenn du nur wahllos nachdenkst.
Du bist aktiv dabei eine Lösung zu finden und das ist ein gutes Gefühl.
Du siehst den Fortschritt und gewinnst an Selbstvertrauen.
Frust kann so gar nicht erst aufkommen.
Und du entwickelst „die Eier“ den nächsten Schritt zu machen.
Und ja, es kann dann immer noch schief gehen, aber du wirst dann nicht überrascht, sondern hast eine Lösung für den worst case in der Schublade.

Schritt 2: Suche dir die richtigen Berater

Ein Blick von außen schadet nicht. Wenn du beruflich vor einer Entscheidung stehst, möchtest du natürlich nicht riskieren aus Unwissenheit einen Fehler zu machen. Es kann sehr hilfreich sein sich Rat oder die Perspektive von jemand anderem einzuholen. Dabei solltest du jedoch genau überlegen welche Quelle wirklich nützlich für dich ist. Wichtig dabei: Beachte immer aus welcher Perspektive und welchem Interesse der Rat kommt.

Kollegen, Headhunter, deine Familie und Coaches und Berater sind gute Quellen, wenn du weißt, wie du ihren Rat bewerten kannst.

Folgendes solltest du beachten, wenn du bei ihnen Rat einholst:

Deine Kollegen sind nicht schlauer als du

Egal welche Studie man bemüht: eine sehr hohe Zahl an Arbeitnehmern ist unzufrieden in ihrem Job. Warum solltest du also auf jemanden aus dieser Masse hören, wenn du über berufliche Veränderungen nachdenkst? Die sind doch in der gleichen Situation wie du! Wenn sie es besser wüssten, dann würden sie doch selbst was ändern, oder?

Sprich also mit Leuten, die schon da sind wo du hin willst. Frag sie: Wie sind sie dahin gekommen? Was würden sie heute anders machen? Worauf solltest du achten?

Headhunter sind keine Life Coaches

Headhunter, Personalberater, wie auch immer du sie nennst. Deren Aufgabe ist es einen passenden Kandidaten für eine bestimmte Stelle in einem Unternehmen zu finden. Es ist nicht deren Job mit dir zusammen deine aktuelle Lebenssituation und deine Sorgen zu analysieren. Sie werden dir nicht helfen deine tiefsten Wünsche zu erkennen und sie haben keinen Zauberstab, der dich zum Traumjob beamt. Wenn du sie kontaktierst solltest du deinen Frust und das Grübeln bereits hinter dir haben. Du solltest vorher wissen was du willst. Dann können sie dir bei der Umsetzung helfen.

Deine Familie will dich beschützen

Du vertraust deiner Family. Und natürlich möchtest du sie in deine Entscheidungen miteinbeziehen. Es ist gut zu wissen, dass sie hinter dir stehen und dich auffangen können. Außerdem haben deine Entscheidungen unter Umständen auch einen Einfluss auf ihre Leben – verständlich, dass du dein Vorhaben mit ihnen besprichst.

Beachte das: Deine Familien wird dir im Zweifel immer den Rat geben, der das geringste Risiko beinhaltet, weil es ihnen wichtig ist, dass du sicher bist. Wenn du sicher bist, dann geht es dir gut – so die Logik. Oder wann hast du zuletzt eine Mutter ihrem Kind zurufen hören: „Kletter noch weiter nach oben in die Baumkrone, da ist die Aussicht noch schöner!“
Deine Familien wird dich vor möglichen Gefahren warnen und das ist auch gut so. Bewerte dann aber für dich wie groß die Gefahr wirklich ist und was du tust, wenn der worst case eintritt. Hast du dafür keine Lösung, dann ist die Gefahr zu groß.

Coaches und Karriereberater haben unterschiedliche Schwerpunkte

Bei der Wahl deines Coaches oder BeraterIn solltest du darauf achten welches Ziel er/sie mit dir verfolgt. Ist es dich in eine Führungsposition zu bringen? Dir zu mehr Zufriedenheit im Job zu verhelfen? Eine Vision für deine Zukunft zu erstellen? Dein Warum zu ermitteln? Oder alles zusammen?
Was euer gemeinsames Ziel ist, solltest ihr also vorab abstimmen.

Mir ist beispielsweise besonders wichtig, dass deine nächsten Schritte im Job zu deiner Zufriedenheit beitragen, dass sie finanziell machbar sind und dass du endlich machst, was du willst. Schreibe mir an Natalie@natalie-berlemann.de wenn du das auch willst. Und wir lernen uns bei einem kostenlosen Telefonat kennen.

Schritt 3: Lass dich von deinem Ziel antreiben

Wenn du aus dem Grübeln nicht rauskommst, dann ist dein Ziel möglicherweise nicht anziehend genug. Anziehend im wahrsten Sinne des Wortes. Du solltest dein Ziel so formulieren, dass es sich nicht anhört wie Wurzelbehandlung. Denn egal wie sehr dir die Fakten und die besten Berater sagen, dass die Wurzelbehandlung das Beste für dich ist und nichts schief gehen kann – du wirst dich davor ziehen wie Gummi. Stimmt`s?

So formulierst du ein Ziel, dass dich antreibt:

– Formuliere kein Endziel sondern einen positiven, anhaltenden Zustand.
Nicht gut: Ich werde eine Wurzelbehandlung machen.
Besser: Ich sorge dafür schmerzfrei zu sein.

– Formuliere kein kurz- oder mittelfristiges Zwischenziel sondern ein übergeordnetes Ziel, was dich längerfristig antreibt.
Nicht gut: Ich möchte eine neue Herausforderung im Job
Besser: Ich möchte stetig Neues lernen und neue Erfahrungen sammeln durch die ich wachse.

– Formuliere keine Ziele, die von anderen abhängig sind, sondern welche, die du auch alleine erreichen kannst.
Nicht gut: Ich möchte Vorstandsvorsitzende werden
Besser: Ich treffe gerne Entscheidungen und trage Verantwortung dafür

Ein Ziel, das dich antreibt, ist so formuliert, dass es dich auch noch antreibt und erstrebenswert ist, wenn du mutterseelenalleine unter einer Brücke schläfst.

Das heißt nicht, dass du alle deine Ziele so formulieren solltest. Diese Zielformulierungen sollen viel mehr das Grundgerüste bilden. Sie geben dir einen Rahmen, in dem du dich bewegen kannst. Wenn du wieder ins Grübeln gerätst, kannst du so prüfen, ob dein nächstes Ziel zu diesem Rahmen passt oder nicht.

Nach dieser Anleitung hast du nun den Mut etwas in deinem Job zu verändern, du weißt auf wessen Rat du dich stützt und hast ein Ziel, das dich anzieht. Also, auf die Puschen, fertig los!

Quelle Foto: Priscilla Du Preez on unsplash