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Der erste Tag im neuen Job ist aufregend. Der erste Eindruck zählt und du möchtest nichts falsch machen. Damit nicht nur der erste Tag im neuen Job gut läuft, sondern auch die ersten Wochen erfolgreich verlaufen, solltest du folgende Fehler dringend vermeiden.

Vermeide diese Fehler in den ersten Tage im neuen Job

Fehler Nummer 1: Dich vom Onboarding Prozess überraschen lassen

An deinem ersten Tag im neuen Job, solltest du wissen was passieren wird. Das hat mehrere Gründe:

Zum einen ist ein erfolgreicher Onboarding Prozess essentiell für einen guten Start im neuen Job. Professionelle Firmen wissen das und kümmern sich darum, dass neue Mitarbeiter am ersten Tag alles bekommen, was sie brauchen. Darunter fallen die Arbeitsmaterialien, die Einrichtung von Passwörtern und sonstigen Zugängen. Du solltest einen festen Arbeitsplatz gezeigt bekommen und deine Kollegen kennen lernen. Je nach Firma kommen weitere To Dos dazu, wie zum Beispiel Sicherheitsschulungen.

Zum anderen möchtest du wissen, was am ersten Tag passiert, weil du dich dann darauf vorbereiten kannst. Diese Vorbereitung gibt dir Sicherheit und beruhigt die Nerven. Am ersten Tag möchtest ja nicht wirken wie ein Reh im Scheinwerferlicht eines LKWs. Gerade wenn du eine verantwortungsvolle Position übernimmst, werden dich deine neuen Kollegen kritisch beäugen. Darum solltest du ihnen keinen Anlass bieten dich in die Schublade „unsicher und überfordert“ zu stecken.

Wie der Onboarding Prozess in der neuen Firma aussieht, erfragst du am besten schon vor der Vertragsunterzeichnung. Das neue Unternehmen sollte dir dazu eine klare Aussage geben. Denn egal wie viel Berufserfahrung du hast, wenn man dich wortlos in die Schlangengrube wirft, wirst du es ungleich schwerer haben Fuß in der neuen Firma zu fassen.

Sind im Vorstellungsgespräch die Aussagen zum Onboarding eher schwammig, sollten sämtliche Alarmglocken bei dir losgehen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass in diesem Unternehmen auch andere Prozesse nicht ausreichend etabliert sind. Überlege dir gut, ob du in solch eine Firma passt und wie du dort deine beruflichen Ziele erreichen kannst.

Fehler Nummer 2: Am ersten Tag niemanden kennen

Im Vorstellungsgespräch hast du vermutlich deine(n) Vorgesetzte(n) kennengelernt. Sie/ihn kennst du schon mal. Allerdings wird er/sie nicht den ganzen Tag oder die ganze Woche für dich Zeit haben. Möglicherweise ist er/sie auf einem Kundentermin oder hat keine Zeit, weil eine Deadline eingehalten werden muss. Bedenke, für dich ist zwar alles neu und aufregend, aber für das Kollegium ist alles Business as usual.

Wenn du am ersten Tag niemand anderen kennst, beideutet das nicht nur, dass du im worst case alleine beim Mittagessen sitzt. Sondern du bist auch ein großes Risiko eingegangen.

Denn niemanden zu kennen heißt auch, dass du einen Job angenommen hast und keine Ahnung hast welcher Schlag Mensch dort überhaupt arbeitet. Diese Überraschung kannst du vermeiden, in dem du vor Vertragsantritt dein Team kurz kennen lernst. Das ist möglich. Frage dazu deine(n) zukünftige(n) Vorgestezte(n), ob du mal zum Lunch vorbei kommen kannst.

Fehler Nummer 3: Dich wie ein Berufsanfänger verhalten

Bei allem Respekt vor den neuen Kollegen und der neuen Aufgabe. Du wurdest für diese Postion eingestellt, weil man sie dir zutraut. Es gibt also keinen Grund sich zu verhalten wie ein Berufsanfänger.

Überlege dir für deinen ersten Tag Fragen, die zeigen, dass du das große Ganze im Auge hast und kleine Probleme selbständig lösen kannst. Frage also lieber an welchem Projekt deine Kollegin gerade arbeitet anstatt wo die Toiletten sind.

Du wirst dich an diesem Tag häufig vorstellen müssen. Lege dir zwei Sätze zurecht, die verdeutlichen, dass du zwar neu bist, aber nicht unerfahren.

Vermeide diese Fehler in den ersten Wochen im neuen Job:

Fehler Nummer 4: Frischen Wind in die neue Firma bringen

Oft werden erfolgreiche, dynamische Leute eingestellt, weil sich die Firma davon frische Impulse und neues Wissen erhofft. Möglicherweise wurdest du eingestellt, weil du Erfahrungen und Kontakte mitbringst, die in der Firma fehlen. Das klingt nach einer tollen Chance für dich, stimmt`s?
Und genau das kann voll nach hinten losgehen. Und zwar dann, wenn zwar dein(e) Vorgesetzte(r) es kaum erwarten kann, dass ihm/ihr endlich jemand hilft den Laden zu schmeißen, aber deine Kollegen nicht. Bedenke, dass möglicherweise einer deiner Kollegen auch gerne den Job gehabt hätte und du ihm jetzt vor die Nase gesetzt wurdest.

Auch solltest du beachten, dass sich in jeder Firma Routinen eingespielt haben. Um nicht zu sagen Bequemlichkeiten. Haben es sich deine Kollegen in diesem Umfeld gemütlich gemacht, dann ist frischer Wind nicht was sie wollen. Sie werden dann neue Ideen nicht offen gegenüberstehen, sondern kritisch.

Frischen Wind irgendwo rein zu bringen erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl. Gehst du hier zu stürmisch vor, wirst du das Team nicht mitziehen sondern im schlimmsten Fall gegen dich aufbringen.

Damit dein Enthusiasmus nicht gegen die Wand fährt, solltest du vor Jobantritt in Erfahrung bringen wie die Stimmung im Team ist und mit welchen Reaktionen du rechnen musst. Überlege dir vorab ob und wie du damit klar kommst.

Fehler Nummer 5: Die „Influencer“ nicht bemerken

Du denkst dein Chef/ deine Chefin ist die wichtigsten Person? Leider nein. Unterschätze nicht welchen Einfluss bestehende Kollegen auf deinen Chef/ deine Chefin haben. Mit Sicherheit wird er/sie enge Beziehungen zu anderen haben. Er/sie vertraut dem Urteil dieser Personen und wird Entscheidungen mit ihnen besprechen.

Schaue dir daher in den ersten Wochen im Job genau an, wer die Strippenzieher sind. Mache dir klar, dass dein Verhalten gegenüber diesen „Influencern“ möglicherweise auf direktem Wege deinem Chef/deiner Chefin mitgeteilt wird. Du kannst diese Tatsache gut für dich nutzen, in dem du dir die Influencer zum Freund statt zum Feind machst.

Fehler Nummer 6: Deinen USP nicht kennen

Der USP ist dein Alleinstellungsmerkmal. Das was dich auszeichnet und womit dich andere in Verbindung bringen und bringen sollen.
Kennst du deinen USP, kannst du gezielt dafür sorgen, dass auch in der neuen Firma schnell allen klar wird wofür du stehst. Menschen wollen anderen Menschen in Schubladen einsortieren. Du kannst selbst steuern in welcher Schublade du landest. Landest du in der falschen, dann wird es mühsam da wieder raus zukommen und der Start im neuen Job ist schon vergeigt.

Du solltest dir also rechtzeitig überlegen, warum du diese Position übernehmen willst, was du dort bewirken willst und wie du dort wahrgenommen werden willst. Weißt du das alles nicht, werden dir andere Leute einen Stempel aufdrücken und dir Aufgaben geben, die sie für richtig empfinden.

Fehler Nummer 7: Die Hackordnung ignorieren

„Das haben wir hier schon immer so gemacht!“ Einer der übelsten Sätze, mit denen in Unternehmen Entscheidungen untermauert werden. Im Grunde sind sich alle einig, dass diese Vorgehensweise nicht die besten Ergebnisse auswirft. Aber wie willst du jetzt diesem langjährigen Kollegen erklären, dass sich die Welt inzwischen weiter gedreht hat? Schwierig.

Unterschätze nicht die wahrgenommene Stellung, die sich Kollegen bereits im Unternehmen erarbeitet haben. Auch wenn du es unsinnig findest, was dein Kollege da tut – ihn zu untergraben und damit die Hackordnung zu ignorieren wird dir nicht helfen. Stattdessen wird er auf stur schalten und zukünftig kein offenes Ohr für dich Neuling (=Eindringling) haben.

Mache dir klar, dass es neben der offiziellen Hierarchie immer auch unausgesprochene Rangfolgen gibt. Hier ist es wichtig die richtige Balance zwischen „unterordnen“ und „anführen“ zu finden.

Mehr Überlebens-Tipps für nervigen Kollegen, findest du hier.

Fehler Nummer 8: Deine Gründe für die Jobwahl vergessen

Warum hast du dich für diesen neuen Job entschieden?
Die Gründe für den neuen Job sollten sich in den ersten Wochen bewahrheiten. Klar, wird nicht von Tag eins an alles so laufen wie du es dir vorgestellt hast. Aber du solltest die ersten Wochen dafür nutzen, dass dein neuer Job perspektivisch so ist, wie du ihn dir vorgestellt hast.

Warte nicht bis andere dir deine Wünsche erfüllen, sondern mache dir bewusst, dass du deinen Job steuern kannst und auch musst. Mache im neuen Job nicht den Fehler zur Marionette zu werden, sondern werde zum aktiven Gestalter deiner Arbeit. Ziel ist, dass du den Wechsel in deinen neuen Job nicht bereust, sondern darin aufblühst. Und das ist möglich, so lange du die übrigen genannten Fehler nicht machst.

Fehler Nummer 9: Dich auf die Aufgaben aus der Stellenbeschreibung beschränken

Nicht selten kommt es vor, dass du für ein bestimmtes Aufgabengebiet eingestellt wurdest und nach Jobantritt ganz andere Aufgaben auf dem Plan stehen. Das kann passieren. Möglicherweise gab es kurzfristige personelle Veränderungen oder ein neuer Auftrag hat alles durcheinander gewirbelt.

Lass dich davon nicht zu dem Satz „Das ist nicht meine Aufgabe“ verleiten.
Solange es sich um kurzzeitige Änderungen deines Aufgabengebietes handelt, sollte du das Team unterstützen. Das schweißt zusammen.

Verliere aber nicht aus dem Augen wofür du die Stelle ursprünglich angetreten hast. Damit du nicht vom Weg abkommst und dich das dumme Gefühl beschleicht, im falschem Film gelandet zu sein, erstelle einen Plan. Du kannst zu Beispiel mit deinem Vorgesetzten deine Aufgaben und Ziele für die kommen den 3-6 Monate abstimmen und regelmäßig nachhalten.
So könnt ihr beide innerhalb der Probezeit die Weichen für ein gute Zusammenarbeit stellen oder entscheiden, dass es doch nicht passt.

Fehler Nummer 10: Dich auf deine Berufserfahrung verlassen

Du bringst eine solide Berufserfahrung mit? Super, das wird die Wechsel in einen neuen Job erleichtern. Allerdings tickt jede Firma anders. Andere Programme, andere Kultur, andere Persönlichkeiten, andere Routinen.
Und möglicherweise erfordert es dein neuer Job neue Erfahrungen zu machen.

Darunter fallen eine andere Herangehensweise an Aufgaben als die bisher gewohnte. Vielleicht musst du dich in ein neues Programm einarbeiten. Möglicherweise musst du deinen Kommunikationsstil anpassen.
Unter Umständen kannst du trotz deiner Berufserfahrung noch was von deinen jüngeren, neuen Kollegen lernen.

Bleibe hier offen für neue Erfahrungen. Zeige dich interessiert und vermeide es andere zu belehren selbst wenn du dir sicher bist es besser zu wissen als sie. Bedenke, dass diese Firma schon eine Weile existiert und bisher auch ohne dich gelaufen ist.